Nachbereitung Fight Fortress Europe!

Mit einem zeitlichen Abstand von zwei Wochen zur Demonstration „Fight Fortress Europe – Abschiebungen verhindern! Gemeinschaftsunterkünfte schließen!“ ist unsere Nachbereitung abgeschlossen. Was war geschehen? Am Samstag den 05.09.2009 demonstrierten über 400 Menschen, fast alle davon aus dem Spektrum der Radikalen Linken durch Würzburg. Die Mobilisierung begann im Juni recht frühzeitig und konnte unserer Meinung im Vorfeld viel Aufmerksamkeit erregen. Da an diesem Tag auch noch der „Antikriegstag“ in Dortmund und in Hanau der „NPD Landesparteitag“ stattfand sind wir mit 400 TeilnehmerInnen sehr zufrieden. Wichtig für uns war während der Mobilisierungsphase aufzuzeigen das wir für mehr als nur Verbesserungen oder der Schließung der Gemeinschaftsunterkunft eintreten. Für uns war wichtig die gesellschaftlichen Zusammenhänge zwischen Abschiebungen, Kapital und Nation aufzuzeigen. Desweiteren war es erforderlich den damit zusammenhängenden Gesellschaftlich rassistischen Normalzustand zu kritisieren. Mit dem ausgearbeiteten Aufruftext konnten wir unsere Kritik gut in die Öffentlichkeit tragen . Die linksradikale Mobilisierung werten wir als Erfolg jedoch hätte die „Bürgerliche“ Mobilisierung etwas mehr Zeit gewtittmet werden müssen, da bei dem Themenschwerpunkt Abschiebung sicher ein paar BürgerInnen zur Demonstration gekommen wären. Aufgrund den extrem repressiven Auflagen wurde ein Out of Control Konzept ausarbeitet. Mit diesem wurde im Vorfeld auf der Blogsport Seite gedroht, das im Falle eines extrem repressiven Auftretens der Staatsorgane, wir dazu bereit seien die Demonstration aufzulösen und uns in der Innenstadt zu verteilen würden. Zum vorherigen veröffentlichen kann mensch geteilter Meinung sein: Zum einen konnten wir anhand dieser Drohung durch Auflagen verbotene Punkte durchsetzen (Lautstärkebegrenzung, Musik, sowie Demo auf beiden Seitenstraßen), zum anderen wurde dadurch noch einmal ein größeres Polizeiaufgebot herangezogen. Desweiteren hatten wir zu einem bunten Block aufgerufen. Jedoch ist es leider misslungen einen homogenen schwarzen Block von vornerein entgegen zu wirken. Allerdings kann mensch es den Leuten nicht verdenken, dass sie nicht durch bunte Kleidung auffallen wollten, wenn sie -wie bei der Demo in Würzburg- permanent von der Staatsmacht abgefilmt werden. Wie zu erwarten war ein großes Polizeiaufgebot vor Ort. Zwar wurde uns im Vorfeld versichert das keine Hundertschaft die Demonstration begleiten wird, dies stellte sich jedoch als Farce da. Ab einem bestimmten Zeitpunkt musste die Demonstration in einem Wanderkessel laufen. Dies zeigt einmal mehr das der richtige Schritt darin liegt nicht mit staatlichen Organen zusammenzuarbeiten! Leider ist es uns nicht gelungen Seitentransparente durchzusetzen. Da erfreulicherweise viele Flüchtlinge aus der GU lautstark an dem Protest teilnahmen, und bei einer Eskalation der Lage ihnen extrem harte Konsequenten drohen, war aus unserer Sicht das Risiko zu groß eine unnötige Eskalation herbeizuführen. Wir waren froh das diese Demonstration letzten endes friedlich aber dennoch entschlossen abgelaufen ist. Zu kritisieren gibt es das die Musikanlage eindeutig zu leise war und die Kundgebungen von der Stadt außerhalb, fernab der „Konsumstraßen“ verlegt wurden. Da am selbigen Tag in Würzburg zwei weitere Veranstaltungen stattfanden kam die Demo gegen Ende in der sehr gut gefüllten Innenstadt an, was die Stimmung noch einmal aufheizte. Letzten Endes konnten wir unsere Kritik auf die Straßen tragen und die Unterfränkische Prüderie stören. Als Fazit bleibt zu schließen das die Demonstration als Erfolg zu werten ist und wir ohne große Probleme unsere Demonstration durchführen konnten. ABER: Die Demonstration hatte keinen „freiheitlichen“ Charakter und wurde von Auflagen überschüttet. Deshalb bleibt abzuwarten ob die nächste Demonstration in Würzburg denn überhaupt noch vom Staat legitimiert werden soll, oder wir die nächsten Veranstaltungen unangemeldet und unkontrolliert abhalten werden!

Jetzt liegt es an uns dieses Thema in der Öffentlichkeit zu behalten und weiterhin auf die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft zu beharren.

Denn es heißt immer noch:
Gemeinschaftsunterkunft schließen!
Staat Nation und Kapital abschaffen!

Anarchistisches Aktionsbündnis Unterfranken
No Borders AK