Kopenhagen: Massiver Widerstand gegen Abschiebung!



Überall der gleiche Scheiß!!

In der Nacht auf den 13.August gegen 1.30 Uhr hat die Polizei mit einem Grossaufgebot damit begonnen die „Brorsons Kirke“ im Stadtteil Nørrebro zu räumen.
In dieser Kirche haben sich seit Anfang Mai etwa 60 irakische Flüchtlinge einquartiert um durch Kirchenasyl ihre drohende Abschiebung zu verhindern.
Ein Grossteil dieser Menschen lebt schon seit 10-12 Jahren in Dänemark,sie sprechen fliessend dänisch, haben Kinder mit dänischen Namen – sind also selbst in der konservativsten Definition in die Gesellschaft integriert.

Sofort nach der Alarmierung strömten 300-400 AktivistInnen und Menschen aus dem Bündnis „Kirkeasyl“ zum Platz des Geschehens um zunächst mit Sitzblockaden und Sprechchören die Polizeiaktionen zu behindern.
Bereits hier verhielten sich die Bullen teilweise sehr aggresiv und brutal.
Nach und nach wurde versucht die umliegenden Seitenstrassen zu blockieren um den Bullen möglichst wenig Möglichkeiten zum Abtransport der Flüchtlinge zu geben.
Gegen 2.30 Uhr wurde damit begonnen die Flüchtlinge in einen bereitgestellten Bus zu bringen.
Unbestätigten Meldungen zufolge soll es auch einen Selbstmordversuch eines Flüchtlings gegeben haben, was von offizieller Seite nicht abgestritten wurde.
Der Polizeisprecher wörtlich: „Es gab einige Episoden, auf die ich nicht näher eingehen möchte“
Durch lautes Zurufen und Winken auf beiden Seiten wurde versucht Mut und Trost zu spenden.
Die Männer wurden von den Frauen und Kindern getrennt; viele der Männer wurden mit Kabelbindern auf dem Rücken gefesselt und so im Bus belassen.

Gegen 4.00 Uhr versuchte sich der Konvoi der Polizei in Bewegung zu setzen. Rund um den Bus fuhren mehrere Mannschaftswagen, begleitet durch extrem aggresive Fusstrupen, welche sofort auf alles einschlugen, was sich ihnen in den Weg stellte.
Ein heftiger Strassenkampf entbrannte, in dem versucht wurde durch queergestellte Autos, Fahräder und Barrikaden den Weg zu versperren.
Mutige Menschen versuchten immer wieder durch Sitzblockaden den Bus aufzuhalten und wurden sogleich durch die Bullen äusserst brutal mit Knüppeln, Pfefferspray und Hunden angegriffen.
Es wurden mit Sicherheit viele Menschen verletzt, genaue Zahlen sind aber nicht verfügbar. Selbst die bürgerliche Presse verurteilt lautstark diese Polizeigewalt.
Immerhin konnte durch einen Angriff mit Farbbomben die Frontscheibe des Busses teilweise verschmiert und beschädigt werden und einige AktivistInnen versuchten mehrmals unter den Bus zu kriechen.

Nur durch äusserste Brutalität gelang es den Bullen schliesslich nach längerer Zeit den Bus abfahren zu lassen. (Video – Polizeigewalt inklusive)
Die Flüchtlinge wurden zunächst zur Polizeistation Bellahøj gebracht und dort verhört. Später wurden sie ins Flüchtlings -und Abschiebelager Sandholm gebracht.
Heute Abend werden in Kopenhagen und vielen weitern Städten Dänemarks Solidaritätsdemonstrationen stattfinden.

Die Geschehnisse in Kopenhagen zeigen, dass praktische Solidarität gegen Abschiebungen möglich ist! Nur durch massiven Einsatz von prügelnden Freunden und Helfern gelang es den dänischen Abschiebebehörden, den Abtransport der Flüchtlinge zu sichern.

Auch unsere Solidarität gilt weiterhin allen von Abschiebung bedrohten Menschen!

Abschiebeknäste zu Baulücken!


2 Antworten auf „Kopenhagen: Massiver Widerstand gegen Abschiebung!“


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  2. 2 CineastenBlog » Blog Archiv » Polizeigewalt bei Demo gegen Abschiebung Pingback am 14. August 2009 um 14:09 Uhr
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